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ProSiebenSat.1 Media halten


13.12.2007
Bankhaus Lampe

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Frank Neumann, stuft die Aktie von ProSiebenSat.1 Media (ISIN DE0007771172 / WKN 777117, VZ) unverändert mit "halten" ein.

Die ProSiebenSat.1 Media AG habe mit der Übernahme der SBS den Sprung hin zum paneuropäischen Fernsehhaus gewagt. Die Übernahme sei durch den Hauptaktionär, KKR/Permira, ermöglicht worden. ProSiebenSat.1 stelle sich mit dieser Transaktion breiter auf und erlange damit weniger Abhängigkeit vom Werbemarkt im Allgemeinen und vom deutschen Werbemarkt im Speziellen. Das Unternehmen sei nunmehr in 13 Ländern aktiv und erreiche mit seinen Fernsehstationen 77 Mio. Haushalte mit über 200 Mio. potenziellen Kunden. Damit habe die Gruppe den Rückstand auf die RTL-Group verkürzt, deren Sender bis zu 118 Mio. Haushalte erreichen würden.


Nach der Übernahme der SBS Broadcasting konzentriere sich die Gesellschaft auf die Integration der neu erworbenen Konzernteile. Es gelte, aus dem Konglomerat eine Einheit zu schmieden. Dazu zähle die Entwicklung neuer Inhalte und damit die Stärkung des Free-TV-Geschäftes. Auch die Entfaltung des Bereiches Diversification, dabei vor allem die Neuen Medien, falle darunter. Insgesamt solle die operative Plattform der Gesellschaft verstärkt werden. Um dies zu erreichen, konzentriere sich das Management auf die Kernkompetenzen und beabsichtige zudem länderübergreifende Aktivitäten zu installieren.

Eine Problemzone des Konzerns sei zweifelsohne die hohe Verschuldung, die zum großen Teil aus der kreditfinanzierten Übernahme von SBS resultiere. Neben den Schwächen in der Bilanz könnten auch operative Schwächen aufgeführt werden. Diese würden die noch bevorstehende Integration von SBS umfassen, die anderseits auch viele Chancen biete, sowie die rückläufigen Quoten des Senders Sat.1, was von einigen Marktteilnehmern als Folge von fehlenden kreativen Formaten interpretiert werde. Auch die relativ große Abhängigkeit vom deutschen Fernseh-Werbemarkt, der seit Jahren nur moderat wachse, gelte als weiteres Defizit. Zusätzlich entstünden einige Unsicherheiten durch die Einführung eines kartellrechtlich konformen Werbevermarktungssystems in Deutschland.

Die Transparenz des Unternehmens habe sich im Zuge der SBS-Übernahme eingetrübt. So würden unter anderen seit dem dritten Quartal 2007 keine Umsatzzahlen mehr für einzelne Sender der Gruppe kommuniziert. Die weiteren Schwächen seien, die hohe Verschuldung, Unsicherheiten bei der Hebung von Synergien sowie die anstehende Behebung der Quotenschwäche bei Sat.1. Die Analysten würden aber gleichzeitig davon ausgehen, dass die Konzentration auf die Kernkompetenzen und in diesem Zusammenhang der Verkauf von Beteiligungen sich positiv auf die Höhe der Verbindlichkeiten auswirken sollte. Ihre Bewertung würden sie auf ihr Peer-Group-Modell sowie ihr Dividenden-Modell abstellen. Ihres Erachtens nach liege somit der faire Wert je Aktie bei 17,50 EUR.

Somit stufen die Analysten vom Bankhaus Lampe die Aktie von ProSiebenSat.1 Media beim aktuellen Kurs mit "halten" ein. Das Kursziel sehe man bei 17,50 EUR (alt: 26 EUR). (Analyse vom 13.12.2007) (13.12.2007/ac/a/d)




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